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der individualpsychologische Experte

Individualpsychologie heute – praxis- und lösungsorientiert eingesetzt

Das Sachbuch „Mut tut gut“, der Bestseller von Theo Schoenaker entdeckte Urs R. Bärtschi im Jahre 1995.  Es war der Beginn die praxisbezogene Individualpsychologie kennenzulernen. Die ermutigende, wertschätzende Beratungskompetenz welche Bärtschi von Schoenaker im letzten Ausbildungslehrgang in Züntersbach (DE) erlernen durfte, basierte immer auf der sozialen Gleichwertigkeit (Alltagssprachlich „Augenhöhe“). Die sofort anwendbaren und ermutigenden Übungen, Methoden und Vorgehensweisen waren für seine Coaching-Tätigkeit unglaublich nützlich und gewinnbringend. Dies bewog Bärtschi, die Individualpsychologie zum Fundament seines professionellen Coachings zu machen.

Berühmte österreichische Psychologen: Freud, Adler, Frankl und Watzlawick

Der berühmte Wiener Arzt und Psychologieprofessor Alfred Adler formulierte und prägte den ganzheitlichen Ansatz, der den Menschen als eine Einheit von Körper, Seele und Geist sah und dadurch zum bedeutendsten Wegbereiter der Psychosomatik wurde. Als praktizierender Arzt hatte Adler seine Arztpraxis nahe dem Wiener Prater und dadurch häufig Zirkusartisten, Gaukler und Varietékünstler als Klientel.

Die Psychoanalytische Vereinigung: 5 Männer diskutieren im Zigarrenrauch

Mit einer handschriftlichen Postkarte wurde Adler 1902 zu der berühmten Mittwochgesellschaft eingeladen, aus der später die Psychoanalytische Vereinigung entstand. Siegmund Freud war zum Zeitpunkt der Gründung dieses Diskussionszirkels 46 Jahre alt. In dieser Gruppe traf eine grosse Diskussionskultur, Kreativität und Pioniergeist aufeinander. Alfred Adler war vierzehn Jahre jünger als Freud. Die Zusammenkünfte von anfänglich fünf Männern fanden jeden Mittwochabend in Freuds Wohnung statt. Im dichten Zigarrennebel wurden Vorträge gehalten und ausgiebig diskutiert. Adler war in diesem Kreis einer der stets anwesenden und einer der einflussreichsten und aktivsten Vortragenden sowie Diskussionsteilnehmer.

«Mensch sein heisst sich minderwertig fühlen»

So lautet ein bedeutender Satz von Alfred Adler. 1907 schrieb Adler seine Schrift „Studie über Minderwertigkeit von Organen.“ Im Buch „Der nervöse Charakter“ welche 1912 veröffentlicht wurde schrieb Alder ausführlich über die Kompensationsbewegung. Der Ausdruck „Minderwertigkeitsgefühl“ fand in der Alltagssprache eine grössere und schnellere Beachtung als in den Fachkreisen.

2011 in Wien, durfte Bärtschi sich mit der über 80-jährigen Enkelin Margot Adler treffen. Bärtschi erinnert sich noch an eine spezifische Anekdote: „Ihr Grossvater hat viel über das Minderwertigkeitsgefühl geschrieben.“ – „Ja, und er hat es uns allen weitergegeben“, war ihre humorvolle, augenzwinkernde Antwort.

Adler gründete 1912 seine eigene psychologische Schule

Alfred Adler gründete 1912 mit sieben Gleichgesinnten die „Gesellschaft für Individualpsychologie“. Nach dem 1. Weltkrieg wurden sein Einfluss und seine Bedeutsamkeit in Österreich durch die Erziehungsberatung an den Wiener Volksschulen sichtbar. Nach wenigen Jahren gab es in Wien nahezu 30 Erziehungsberatungsstellen. Alfred Adler hat „fast immer und von Beginn an sämtliche Familienmitglieder gleichzeitig zu seinen Gesprächspartnern gemacht; er hat auch die Aussprache mit den Eltern vor den Kindern bzw. das Gespräch mit den Kindern in Anwesenheit der Eltern durchgeführt“ (Riegel 1977). Adler hatte die Aussprachen aber nicht nur gemeinsam mit Eltern und Kindern geführt, stets war auch ein interessierter Zuhörerkreis mit anwesend. Was Adler damals in aller Selbstverständlichkeit machte, würde heute Kurzzeitberatung genannt.

Ein charismatischer Redner

„Alfred Adler war ein mitreissender Redner und geselliger Unterhalter.“ (Rieken 2011). Das Buch „Menschenkenntnis“ erschien 1927 und war eine Mitschrift von Vorträgen und wurde sein erfolgreichstes Buch. Die rege Vortragstätigkeit prägte das Leben und die Arbeitsweise von Alfred Adler. Er schrieb viele Bücher und Aufsätze. Eine Kostprobe aus dem Jahr 1929: „Wenn wir uns eine Kiefer ansehen, die in einem Tal wächst, so werden wir feststellen, dass sie sich von einer, die auf dem Berggipfel wächst, unterscheidet. Es ist dieselbe Art von Baum, eine Kiefer, aber es liegen zwei verschiedene Lebensstile vor. Der Lebensstil eines Baumes ist seine Individualität, die sich in einer Umgebung ausdrückt und in ihr formt. (...) Bei den Menschen ist es genauso.“

Der konstruktive Optimismus betont die Selbstverantwortung

Alfred Adler schrieb 1927 (Psychotherapie und Erziehung. Band 1.)  treffend: „Die grösste Gefahr im Leben ist, dass man zu vorsichtig wird.“ Und gleich noch ein zweiter Satz von Adler: „Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern darauf, was er daraus macht.“ Die Individualpsychologie ist eine Mut-Psychologie! Ermutigung wirkt! Denn Ermutigung lässt den Glauben an die eigenen Möglichkeiten wachsen, ermöglicht grosszügiger mit eigenen Unzulänglichkeiten umzugehen.

Adlers psychologische Technik: Einfach und gut lernbar

Vor allem Adlers Deutung der einzelnen Persönlichkeit und seine Folgerungen bezüglich des Lebensstils bilden eine einfache, anwendbare psychologische Technik. Da der Lebensstil die grundsätzliche und alles andere umfassende Lebensanschauung des einzelnen Menschen darstellt, schafft die Erkenntnis der daraus entstehenden persönlichen Ziele und Haltungen die Basis für das Verständnis all seiner Handlungen, Gedanken und Gefühle. Das Gemeinschaftsgefühl beschreibt das Grundbedürfnis (alltagssprachlich Wir-Gefühl) aller Menschen nach einem Platz in der Gemeinschaft. Adler betont auch, dass das Gemeinschaftsgefühl in jedem Alter durch das Gefühl der Zugehörigkeit verbessert werden kann. Wer an der Individualpsychologie interessiert ist, findet hier weitere Informationen.

Alfred Adler prägte die Psychologie

Alfred Adler beeinflusste Viktor Frankl, Eric Berne, Fritz Pearls, Carl Rogers und Abraham Maslow, um nur einige der einflussreichen und wichtigsten Psychologen zu nennen.

Die Gesprächstherapie wurde von Adler geformt und geprägt

Carl Rogers (1902-1987) war Schüler von Alfred Adler. Die Überprüfung des Lebens von Rogers verdeutlicht, dass eine Reihe von wichtigen Menschen und Umstände sein Denken beeinflussten. Obwohl es nicht allgemein bekannt ist, studierte Carl Rogers bei Alfred Adler 1927-1928. Adler war Gastlehrer und Rogers war Praktikant am Institut für Child Guidance (mittlerweile aufgelöst) in New York City. Kurz vor seinem eigenen Tod, bot Carl Rogers’s diesen Tribut, welcher Ansbacher 1992 veröffentlichte:

„Ich hatte das Privileg, Dr. Alfred Adler zu treffen, zu hören und zu beobachten. Ich war den rigiden freudianischen Ansatz gewohnt, eine Fülle von Tests und eine 75 seitenlange Fallgeschichte,  bevor auch nur mit dem Behandeln eines Kindes gestartet werden konnte. Ich war schockiert, wie Dr. Adler direkt und in einer einfachen Art und Weise, mit dem Kind und den Eltern die Beratung führte. Unmittelbar im Zusammenhang mit dem Kind und den Eltern. Es dauerte einige Zeit, um zu realisieren, wie viel ich von ihm gelernt habe.“

Positive Psychologie ein anders Wort anstelle von Individualpsychologie?

Die humanistische Psychologie wurde der Grundstein für die seit 1970 populäre Positive Psychologie. Wikipedia schreibt „Die Positive Psychologie knüpft mit ihrer Sichtweise an Ideen der Humanistischen Psychologie. Viele ihrer Aspekte sind bereits in der ressourcenorientierten Psychotherapie zu finden.“ Das Fachmagazin „Psychologie heute“ hält in der Ausgabe 07/2011: fest: „Zu Recht wird Alder häufig als der Grossvater jener Bewegung gesehen, … die heute die theoretische Basis für die positive Psychologie liefert.“

Gute Zitate von Alfred Adler

«Gemeinschaftsgefühl ist, mit den Augen eines anderen zu sehen, mit den Ohren eines anderen zu hören, mit dem Herzen eines anderen zu fühlen.»

«Jeder Mensch kann alles, solange er sich selbst keine Grenzen setzt.»

«Der Mensch weiss viel mehr, als er versteht.»

«Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern darauf, was er daraus macht.»

«Überempfindlichkeit ist Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls.»

Und noch ein Zitat von Urs R. Bärtschi:

«Glaubenssätze, geboren und konditioniert in der Kindheit, mit ungebrochener, meist unbewusster Wirksamkeit im Heute.» Urs R. Bärtschi

Ein Fundament für professionelles Coaching

Die Individualpsychologie nach Alfred Adler durchzieht wie ein roter Faden den Studiengang für angewandtes Coaching. Die Individualpsychologie wird verständlich erklärt und praxis- und lösungsorientiert eingesetzt.